Wie man nach Nepal kommt...
1976 versuchten es 12 Engländer, darunter 7 Kayaker, um den legendären Mike Jones (Dr. Mike Jones!) mit einem gesponserten
Ford Transit. Sie schafften den weiten Weg über den Balkan, die Türkei, den Iran, Pakistan und Indien allerdings nur mit vielen Pannen
und Reparaturen. Das hört man auch von anderen, die den Weg auf diese Weise zurückglegt haben. So z.B. Florian Haffner und Moritz Spohr,
die Anfang 2000 mit einem Land Rover 109 Station, Serie 3, BJ 74, dorthin gefahren sind (Nachzulesen bei Paddle-Power.com).
Das war natürlich Scheiße anstrengend aber auch erfahrungsreich zugleich. Vor Ort hatten die Jungs dann transporttechnisch
alle Freiheit und mussten sich nicht auf die oeffentlichen Busse verlassen, aber auf die komme ich spaeter noch.
Auch soll es Leute geben, die mit dem Fahrrad dorthin fahren. Na ja, da ist dann wohl mehr der Weg das Ziel.
Der einfachste Weg hin und zurueck ist natuerlich das Flugzeug: Preise rangieren je nach Saison und Fluglinie zwischen DM 1000,- und 1800,-
fuer das economy-ticket (-> economy-class-syndrome). Fluege gibts von ueberall, wobei die direkt-Fluege am teuersten sind.
Guenstig gehts mit aeroflot oder ueber Bangladesh oder Indien. Jedoch muss man im Reisebuero danach fragen, da diese Verbindungen beim Otto-Normal-Europäer wohl nicht so gefragt sind.
Beste Erfahrung habe ich mit lemming-tours, Augsburg, gemacht. Wem das zu heikel ist, wer nicht auf die militaerisch
gedrillten Flugfaehigkeiten der russischen Piloten vertrauen will oder wer einfach nicht so auf die Kohle gucken muss, der/die (hier stellvertretend einmal "der/die")
nimmt einen schoenen Direkt-Flug mit der LH oder Royal Nepal oder Thai Air nach KTM, so das Kürzel des Tribuvhan International Airport, Kathmandu.
touchdown KTM: Man steigt auf dem Flugfeld aus und geht zum Hauptgebäude rüber. Wer noch kein Visum hat, füllt hier ein nicht
gerade verständliches Formular aus, bezahlt die Gebühr von im Schnitt 1 US-Dollar pro Tag und geht hinunter das Gepäck abholen, durchn Zoll und Namaste!
Wenn Dich jetzt niemand vom Flughafen abholt und du noch nie in Asien warst, dann Gute Nacht. Vergiss alles, was du über
aufdringliche Taxifahrer, Gepäckträger, Verkäufer oder was-weiß-ich gehört hast. Vor der Halle stehen hunderte Nepali, die dir
ihr Taxi anbieten, dir ungefragt das Gepäck aus der Hand nehmen, wenn du es nicht fest genug hälst, und dich zu einem Taxi führen/
schieben/drängen. Dort verlangen sie dann für das Tragen einen Obulus. Geklaut wird nix, dafür sorgt auch die anwesende Polizei.
Man sollte sich nicht überrumpeln lassen und einfach irgend ein Taxi ansteuern, Ziel ist eigentlich immer Thamel, das Touristenviertel, indem
die meisten Hotels sind. Der Preis für die Fahrt ist Verhandlungssache. Entweder du handelst einen Festpreis aus (ca. ein drittel von dem was der Fahrer ursprünglich verlangt) oder
du schaffst es dass er den Taxameter anmacht, aber das ist mehr als unwahrscheinlich. Da alle Touristen auf deinem Flug wahrscheinlich das gleiche Ziel
haben, kannst du dich auch mit anderen zusammentun und den Fahrpreis teilen. Fühle dich nicht übers Ohr gehauen, wenn dein nächster Gesprächspartner dir erzählt, dass er nur die Hälfte bezahlt hat.
Er hat einfach besser gehandelt. Als Anhalt gilt die Busfahrt von Kathmandu nach Pokhara:
200km, 7h, 200 Rs = 7 DM.
Wenn Ihr euch zum Kathmandu-Guesthouse fahren lasst, habt Ihr ca. 200 Hotels innnerhalb 15min. Fussmarsch, von 100Rs pro Nacht bis oben offen.
Eher teurer ist das K.-Guesthouse, billiger das schräg gegenüberliegende Hotel Nana, oder um ein paar Ecken das Mini-Om Guesthouse, oder, oder, oder ....
just ask, no problem - english spoken. Allerdings wird es dir anfangs schwer bis unmöglich fallen, aus dem dir entgegenbrechenden Wortschwall einen englischen Satz
herauszufiltern, der dann auch noch Sinn macht. Nicht verzagen.
economy-class-syndrome
Fakt ist, dass bei Abstürzen usw. pro Jahr insgesamt ca. 1000 Menschen den Tod finden. Was die Fluglinien aber gerne
verschweigen ist, dass 2500 Leute am sog. economy-class-syndrome sterben. Kein Scheiss!!! Dies war nachzulesen in
einer der letzten Spiegelausgaben. Durch die Enge in der Touristenklasse kann es zu Blutstauungen und Gerinnseln in den
Blutgefässen kommen. Bewegt man sich dann wieder, kann der Pfropfen zum Herzen wandern. Todesursache: Herzinfarkt.
Dagegen hilft nur regelmäßige Bewegung während des Fluges. Also, bleib nicht die ganze Zeit am Fenster sitzen, sondern steh auf
und beweg dich!